Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten zu mehreren in endständigen, kopfigen Blütenständen, leuchtend rosa, zwittrig, stark nelkenartig duftend.
    • Kelchröhre 10–13 mm lang, aussen dicht anliegend behaart, in 4 ausgebreitete Zipfel auslaufend.
    • Freie Staublätter sehr kurz.
    • Griffel sehr kurz.

    Staubblätter und Griffel in der Kronröhre verborgen. (Blumenwanderer)

    Le Chenit (VD), 18.6.2017 (Blumenwanderer)

    Kronröhre anliegend behaart. (Blumenwanderer)

    Clos du Doubs (JU), 18.4.2026 (Blumenwanderer)

    Mit Blütenknospen. (Blumenwanderer)

  • Früchte

    Steinfrucht behaart, anfangs gelbbraun, zuletzt rötlichbraun, vielfach nur in geringer Zahl oder gar nicht entwickelt.

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Wenig buschiger Kleinstrauch mit einer Wuchshöhe von 10–30 cm, im Alter oft dichte Matten bildend.
    • Zweige niederliegend bis aufsteigend, anliegend behaart und verholzend.

    Etwas an eine Miniatur-Alpenrose erinnernd. Le Chenit (VD), 17.6.2023 (Blumenwanderer)

    Stängel verholzt. (Blumenwanderer)

    Le Chenit (VD), 17.6.2023 (Blumenwanderer)

    Oensingen (SO), 8.5.2021 (Blumenwanderer)

    Le Chenit (VD), 17.6.2023 (Blumenwanderer)

    Clos du Doubs (JU), 18.4.2026 (Blumenwanderer)

    Le Chenit (VD), 18.6.2017 (Blumenwanderer)

    Clos du Doubs (JU), 18.4.2026 (Blumenwanderer)

    Clos du Doubs (JU), 18.4.2026 (Blumenwanderer)

    Mit Kalk-Blaugras (Sesleria caerulea). Clos du Doubs (JU), 18.4.2026 (Blumenwanderer)

    Clos du Doubs (JU), 18.4.2026 (Blumenwanderer)

    Clos du Doubs (JU), 18.4.2026 (Blumenwanderer)

    Clos du Doubs (JU), 18.4.2026 (Blumenwanderer)

  • Blätter

    • Blätter sitzend und wechselständig, spatelförmig, 1–2cm lang, an den Zweigenden schopfig gehäuft.
    • Spreiten kahl, immergrün, etwas lederig.

    Blattoberseite. (Blumenwanderer)

    Blattunterseite. (Blumenwanderer)

    Blätter immergrün und lederig. (Blumenwanderer)

    Im Gegensatz zu den Blättern grüne Stängelteile anliegend behaart. (Blumenwanderer)

Lebensraum

    • Kollin bis montan, seltener subalpin. 
    • Trockene, steinige, kalkhaltige Böden. Lichte Föhrenwälder, Magerrasen und Felsfluren. 

    Felsflur. Clos du Doubs (JU), 18.4.2026 (Blumenwanderer)

    Clos du Doubs (JU), 18.4.2026 (Blumenwanderer)

    Xerobromion. Clos du Doubs (JU), 18.4.2026 (Blumenwanderer)

    Oensingen (SO), 8.5.2021 (Blumenwanderer)

    Le Chenit (VD), 18.6.2017 (Blumenwanderer)

    Waldboden. Le Chenit (VD), 17.6.2023 (Blumenwanderer)

    Auf Kalkfelsen. Oensingen (SO), 7.5.2020 (Paul Hürlimann)

Verbreitung

  • Europäisch: Mittel- und südeuropäisches Florenelement mit einem nicht zusammenhängenden, sondern aus mehreren Teilarealen bestehenden natürlichen Verbreitungsgebiet reliktischen Ursprungs. 
  • Verbreitungskarte auf Kew: Plants of the World Online.

Wissenswertes

  • Der Flaumige Seidelbast gilt in in der Schweiz als sehr selten und wird in der Roten Liste 2016 als verletztlich geführt (VU). Die wilden Bestände haben über die vergangenen Jahrzehnte stark abgenommen, da diese früher oftmals rücksichtslos ausgegraben wurden, um die Art in Steingärten zu verpflanzen. Offenbar wurde dem rosablühenden und fein nach Nelken duftenden „Fluerösli“ bzw. “Jurarösli” seine Attraktivität zum Verhängnis. An vielen Stellen kommt die Art deshalb nur noch in Restbeständen vor.
  • Heute stammt der Flaumige Seidelbast im Handel fast ausschliesslich aus kontrollierter gärtnerischer Vermehrung, etwa durch Stecklinge oder Absenker, da die Keimrate seiner Samen in der Natur sehr gering ist.
  • Es scheint, dass bei Daphne cneorum der Samen vom Fruchtfleisch befreit werden muss, um zu keimen, was eine endozoochore Ausbreitung zu bestätigen scheint. 

Mögliche Verwechslung

Der Gestreifte Seidelbast (Daphne striata) sieht Daphne cneorum sehr ähnlich,

  • ist aber fast vollständig kahl: Weder die jungen Zweige noch die Kelchröhren der Blüten weisen eine Behaarung auf.
  • hat oft eine deutlich längsgestreifte Kelchröhre (daher der Name) und meist eine deutlich hellere Blütenfarbe.
  • hat eine eiförmige Frucht von braunorange Farbe.

Weiterführende Literatur

Autor*in: Blumenwanderer
Stand: 20. April 2026

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